Car Driver Diaries Während meiner Reisen in meiner rollenden Blechheimstätte geht mir so einiges durch den Kopf - lese hier was das so ist...
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Verfasst am 12.01.2006 18:52:13 Uhr Meetingnomaden je nach tagesform können meetings eine echte wohltat der heutigen arbeitswelt sein. der grundgedanke eines meetings ist ja zunächst auch rein positiv. ich möchte etwas mit meinen kollegen besprechen. ich möchte mich austauschen, meinungen und stimmungen einholen, eine weitere expertise zu einem thema bekommen.
so theoretisch so gut, doch nun kommen wir langsam in die praxis und es wird kompliziert. im zusammenhang mit einem meeting sind dann nämlich auf einmal viele aspekte zu betrachten. da wären die klassichen w-fragen die einem das leben im büro echt zur hölle machen können.
was soll besprochen werden
wen lade ich ein
wann findet das meeting statt
wo findet es statt
wie lange soll es stattfinden
hört sich erstmal langweilig an, ist aber enorm wichtig und fast nichts anderes auf der welt bietet so unbegrenzte möglichkeiten durch die justierung der w-fragen-parameter das eigene schicksal vorher zu bestimmen. gehen wir das mal im einzelnen durch.
was soll besprochen werden
klare sache - der inhalt eines meetings ist erstmal der türöffner. mit dem abstecken der zu besprechenden inhalte hat man es im grunde selber in der hand ob es turbulent oder ruhig werden soll, wobei die inhalte nicht alleine dafür verantwortlich sind. aber wenn das thema lahm ist, kann man die härtesten kontrahenten an einen tisch holen und es wird trotzdem lahm bleiben. es macht also sinn, sich vorher zu überlegen wonach einem der sinn steht.
wen lade ich ein
in verbindung mit dem thema hat man hier die chance so richtig feuer zu legen. es gibt wohl in jedem unternehmen themen die mittelpunkt steter querelen sind. hier noch die einzelnen widersacher an einen tisch holen und dann einfach zurück lehnen - eine talkshow ist kalter kaffee dagegen.
wann findet das meeting statt
ich halte es nach dem prinzip: alles was mich amüsieren soll nach der mittagspause wenn der bauch schwer vom essen ist; wichtiges am besten morgens weil dann viel zeit besteht sich danach zu erholen; was man eigentlich vermeiden will am besten kurz vor feierabend weil dann alle nach hause wollen. das funktioniert am besten wenn es eine feste arbeitsmenge pro woche und eine stechuhr gibt.
wo findet es statt
auch ein raum kann ein gespräch beeinflussen. wenn ein meeting in einem angenehmen gesprächskreis ansteht empfielt es sich so zu legen, das alle besprechunsgräume voll sind. dann kann man das happening in eine küche oder noch besser ein cafe um die ecke verlegen. alles andere sollte in den klassischen besprechungsräumen stattfinden. wann möglich empfiehlt es sich externe mit einzuladen, damit essen und getränke bestellt werden können, da diese meist nur bei terminen mit externen zulässig sind.
wie lange soll es stattfinden
nun - das liegt ja wirklich auf der hand. je unangenehmer das thema, desto kürzer das meeting. wenn man etwas durchsetzen will, kann es auch ratsam sein die teilnehmer erst mal weich zu kochen - also lange sitzen lassen. nach 2 - 3 stunden gesprächszeit wird auch der härteste widerstand schwächer.
wer diese regeln beherzigt kann eine menge spass mit der guten alten besprechung, zu neudeutsch meeting haben. je nach gemütslage kann man mit diesen tipps seinen arbeitstag eigentlich immer sehr komfortabel einrichten und gestalten. in der maximalen ausprägung dieser kunstform reiht man besprechungen in einer art madley aneinander, sodass sich ein gesamtkunstwerk ergeben kann. einleitend eine leichte und angenehme besprechung; dann eine harte nuss mit kontrahenten zur unterhaltung; hinterher eine teilgruppe in einen abstimmungstermin nehmen - alle sind schon alle und weich gekocht; anschließend wieder was lockeres zum ausklang. Geschickt aneinander gereiht kann man so über stunden, quasi ganze arbeitstage seinem platz fern bleiben - das oberste ziel des meetingsnomaden.
Verfasst am 12.01.2006 18:51:10 Uhr Sich was Gutes tun Aktuelle Schätzungen sagen, das etwa 10% der Bevölkerung unseres hiesigen Landes akut an seelischen Erkrankungen leiden - Depressionen, Angstzustände, soziale Störungen, Zwänge etc... So lange man selber, oder niemand den man kennt, betroffen ist, perlt diese Zahl an einem nur ab. Fasziniert sieht man sich Reportagen über Menschen mit zum Beispiel einem Thoret-Syndrom an. und am Ende kommt immer die lapdiare Empfehlung, man solle sich was Gutes tun, damit man immer shcön ausgeglichen bleibt und nicht auch noch krank wird...Klar, ganz einfach, sich was Gutes tun...Was könnte das denn sein...
- lecker Eis essen
- lecker Essen gehen
- mal wieder richtig feiern gehen
- nicht einfach nur feiern gehen, sondern in den besten Club der Stadt gehen
- Schuhe kaufen (gilt nur bei Frauen)
- vielleicht generell neue Klamotten kaufen gehen
- oder einen neuen Fernseher
- eine neue Stereoanlage kaufen
- bei weniger Geld vielleicht doch nur einen neuen ipod
- oder vielleicht doch einen neuen Computer kaufen
- Fett absaugen lassen
- ein neues Sofa
- eine neue Wohnung
- Cluburlaub machen
- Auto kaufen
- größeres Auto kaufen
- schnelleres Auto kaufen
- Haus kaufen
- Drogen kaufen
- Boot kaufen
- Jet kaufen
...
- ein Lächeln verschenken
- ein Lächeln bekommen
- Liebe spüren
- Vertrauen und Geborgenheit leben...
Alles nicht so einfach in der heutigen Konsumgesellschaft. So viel Auswahl und am Ende gilt doch heute mehr denn je zuvor: Back to the roots
Verfasst am 11.01.2006 11:57:23 Uhr Landpomeranzen Da waren Sie mal wieder - die gefürchteten Landpomeranzen. Immer wieder Sonntags scheint es den provinziellen Menschen nach Ausgang zu sehen. Dann zieht er sich nach dem Bauernfrühstück seinen Ausgeh-Jogger an und schwingt sich in sein KFZ. Zu morgendlicher Stunde (oftmals nach der Frühmesse) rollt er dann vom Hofe, die Dorfthaupstraße entlang. Am Ende der Haupstraße steht oft eine Ampel und dort kann die Landpomeranze dann auf eine Bundesstraße einbiegen und Richtung Großstadt zuckeln.
Jetzt scheinen die alle auch schon hier angekommen zu sein - in "meiner" Großstadt. Mit stattlichen 30 rollen wir hier die Elbchaussee entlang und mein innerer Wut- und Adrenalinspiegel steigt sekündlich. Ich könnte mich natürlich zurück lehnen, die Musik lauter drehen, in Gedanken Mordbilder ablaufen lassen und mich nicht weiter drüber aufregen; ich habe genug Zeit bis zu meinem Termin.
Ich will aber nicht ruhig bleiben. Es kotzt mich an das diese Deppen vor mir den Verkehr hier behindern. Es muss doch möglich sein das die mit Ihren Klumpfüßen in Gummistiefelen Ihre Audi 80 und VW Golf auf das gesetzliche Tempolimit beschleunigen. Die Landpomeranze ahnt (oder weiß aus Erfahrung) natürlich das sich der gemeine Städter darüber ärgert. An geeigneter Stelle wird dann ja auch in der Großstadt gerne überholt (auf dem Land ein klares "no go"). Wenn eine Landpomeranze erst einmal überholt worden ist, wird diese Erfahrung scheinbar auf alle Zeit neuronal gespeichert und die Landpomeranze fährt künftig eine Blockadelinie - auch Michael-Schumacher-Gedächtnislinie genannt. Durch befahren dieser "Landpomeranzen-Ideallinie" wird es schwieriger einen Überholvorgang einzuleiten, da ein "durchgleiten" des Gegenverkehr verhindert wird.
Mir aber egal heute; ich schalte einen Gang runter und fächel nervös auf dem Gaspedal. Passanten werden mich für einen Proleten halten - mir aber auch egal. Ich will hier nur vorbei und wenn es nur für 50 Meter bis zur nächsten Ampel ist. Es spielt keine Rolle - der Zeitvorsprung ist irrelevant; es geht um archaisches in mir. Überholen oder überholt werden; wer ist zuerst am Futtertrog; wer hat die größere Keule und haut dem anderen auf den Kopf. Irgendwann kommt meine Lücke und ich trete meinem Blecheimer aufs Gas; 35 - 40 - 45 - blinker - 50 - links vorbei - 60 - wieder einscheeren - 70 - immer weiter. Die Landpomeranze zeigt mir einen Vogel und ich winke im Rückspiege. Ein Grinsen umspielt meine Lippen. Ich sause durch eine linksrechts-Schikane und sehe den Audi mit dem Landpack nicht mehr. Dann kommt was kommen muss: Die nächste Fußgängerampel ist rot; ich warte und nach einigen Sekunden kommt die Landpomeranze wieder. In mir kämpfen meine Plagegeister. Auf meiner linken Schulter sitzt das schlechte Gewissen und redet auf mich ein, das ich den kleinen Jungen mit dem Ball nicht mehr hätte ausweichen können und was sind schon ein paar Minuten für das Leben eines Kindes. Auf meiner rechten Schulter sitzt mein Ur-Ahne, der die große Keule in der Hand hält und sabbernd vom Fleisch seiner Gegner schlabbert. Er jubelt mir zu und schreit nach mehr. Zu groß ist die Schmach jetzt hier von dieser roten Ampel wieder gedemütigt zu werden. Etwas irritiert von dem Besuch auf meinen Schultern und sehe hinter mir wieder die Landbevölkerung die sich jetzt natürlich bestätigt fühlt. Der irre mit dem Mini der sie überholt hat steht jetzt auch wieder an der roten Ampel. Das hat er nun davon.
Als die Ampel wieder grün wird lasse ich zur Strafe den Motor beim anfahren absaufen und lasse mir danach vieeeeeel Zeit beim anmachen. Die Landpomeranze hupt und ich winke wieder.
Verfasst am 11.01.2006 10:25:45 Uhr Pause Hallo,
the boys are back in town; lange war ich hier nicht aktiv, aber jetzt geht es endlich wieder los...
Verfasst am 17.04.2003 21:39:59 Uhr Ostern Ein Blick in den Kalender beschleunigt meinen Pulsschlag - nur noch zwei verkaufsoffene Tage bis Ostern. Und ich will ja meinem Bonbonglas (aka Meike) ein Geschenk kredenzen. Eigentlich mag ich es ja nicht, durch offizielle Termine in eine Art Geschenkzwang getrieben zu werden - ausgenommen Geburtstage. Aber diesmal ist es ein wenig anders.
Ich wollte Ihr ohnehin etwas schenken und außerdem macht schenken ja auch Freude, wenn es bei einem Menschen landet, den man liebt und schätzt.
Nach einer ersten Panikattacke beruhige ich mich langsam wieder. Ich bin einigermaßen gut vorbereitet und trage schon geraume Zeit diverse Geschenkideen in meinem Kopf spazieren. Zeit den Joker zu spielen und zuzuschlagen. Ich opfere meine Mittagspause und stürze mich in die einkaufenden Mengen in der Hamburger Innenstadt. Das gute Wetter scheint den Leuten das Geld in der Tasche zu lockern. Gut so - sonst stehen hier bald noch mehr Ladenflächen frei.
Mein Erstversuch im Kartenshop ist jedoch wenig erfolgreich. Die von mir begehrten Events sind alle entweder ausverkauft oder bieten nur noch Karten in den teuersten Rängen - das kann ich mir dann nun wirklich nicht leisten. Also ziehe ich verdrossener Dinge von dannen.
Alle Ideen, die etwas mit Wohnraumsituation zu tun haben, greifen aktuell auch nicht, da hier gerade ein Engpass besteht. Parfum und Klamotten sind langweilig und Gutscheine nur ein Ausdruck totaler Verzweiflung und unkreativität. Ich bewege mich in immer enger werdenden Kreisen durch die Hamburger Innenstadt und sehe viele glückliche Menschen mit Einkaufstüten die sich über Ihren Konsum freuen. Ich bin willig, kann diese Freude aktuell aber nicht teilen - ich will mein Geld ausgeben, aber weiß nicht so recht wofür. Langsam steigt doch wieder Panik in mir auf. Ein Geschenk ist ja auch immer eine perfekte Gelegenheit sich zu blamieren, will man ja auch eine Botschaft, eine Stimmung transportieren. Die Reihe an Ideen, die ich gespeichert hatte ist weg - mir fällt nichts mehr ein.
Langsam bilden sich unter meinen Achseln große, dunkle Flecken. Ich habe das Gefühl einen schwitzigen und pickeligen Ausschlag im Gesicht zu bekommen - alle starren mich an, schwenken Ihre Pakete vor mir und lachen mich aus. Und dann - in letzter Sekunde - als ich schon alle Hoffnung fahren lassen will, fällt mir wieder ein, was eigentlich ganz oben auf der Liste steht. Ich bekomme wieder Luft und Hoffnung und begebe mich in die nächste Buchhandlung.
"Einmal das Buch zu dem Film Bella Martha bitte"
"Haben wir nicht"
"Okay, dann etwas mit modernen Liebes-Kurzgeschichten"
"Da hatten wir einige, aber die sind gerade ausverkauft"
...so und so ähnlich geht es dann auch noch mit ein paar anderen Buchideen die ich hatte. Zusammen mit einer Widmung halte ich ein Buch für ein tolles Geschenk. Meike liest gerne und mit einem Buch kann man sehr gut Meinungen transportieren - dem Gegenüber etwas zeigen, was einen selber bewegt.
Am Ende stehe ich dann in dem riesigen Buchladen doch wieder recht alleine da. Die Verkäuferin hat mich irgendwann verlassen mit dem Hinweis, ich könne mich ja wieder melden, wenn mir etwas konkretes einfiele. Mißmutig greife ich verschiedene Bücher von den Auslagen und aus den Regalen. Irgendwie ist nie so das richtige dabei. Zu klassisch, Titel irreführend, zu abgegriffen, zu einfach, zu flach - wie auch immer. Nun steh ich schon seit einer kleinen Ewigkeit hier und finde nicht das, was ich suche - einen Ausdruck meiner Gefühle. Als ich zum dritten Mal an diesem Tag die Hoffnung wieder fahren lassen will, hält mir plötzlich eine Frau um die 50 ein Buch vor die Nase und meint:
"Das hier - das ist es, was sie suchen..."
Verwirrt sehe ich die Frau an
"Ähhh - woher wissen Sie..."
"Ich habe das Gespräch mit der Verkäuferin vorhin mitbekommen. Ich denke ich weiß, nach was Sie suchen. Lesen Sie sich mal den Klappentext durch", gibt mir das Buch und entschwindet wieder bevor ich noch was sagen kann.
Die Liebe meines Lebens, der Klappentext liest sich gut. Ich denke mir, das es jetzt nur noch schlimmer werden kann und nehme das Buch mit zur Kasse.
Die Leibe meines Lebens ist eigentlich genau der Satz, nachdem ich die ganze Zeit gesucht habe. Meike ist zwar erst kurze Zeit in meinem Leben, aber trotzdem entspricht dieser Klischeehafte Satz genau meiner Stimmung und meinen Gefühlen zu ihr. Noch nie war mein Leben so intensiv auf der Gefühlsebene und noch nie hat mir ein Mensch außerhalb meiner Familie soviel bedeutet. Wer weiß schon, was die Zukunft bringt, auch wenn ich sie strahlend vor mir liegen sehe, aber ich lebe heute und das ist mein Satz für Meike: Die Liebe meines Lebens.
Frohe Ostern
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